Die Sanddüne von Schwand

Standort

Am Galgenbuck Schwand
90596 Schwanstetten
Deutschland
49° 18' 11.1744" N, 11° 7' 27.2532" E
DE

Die Sanddüne in Schwand

 

Wie die Alten erzählen, konnten sie als Kinder noch auf der großen Sanddüne den Berg „runterrutschen".

(siehe unteres Bild: Kinder (Konrad Kaufmann und Hans Oßwald) spielen auf der Sanddüne)

 

Sanddüne von Schwand

 

 

Es muss wohl so gewesen sein, wie heute am „Monte Kaolino" - nur halt etwas kleiner. Doch immerhin so imposant, dass auf alten Darstellungen diese Düne höher als der Kirchturm dargestellt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sanddüne im Reichswald

Entstanden war diese Düne einst aus Flugsand, der in der späten Eiszeit und frühen Nacheiszeit vor vielen tausend Jahren herangeblasen worden war. Damals herrschte ein ständig wehender, kräftiger Wind. Er führte aus westlicher Richtung feinen Quarzsand heran, der sich im Laufe der Zeit vor dem Albrand anhäufte. So entstanden teils bogenartige Sandbuckel, die quer oder auch längs zur vorherrschenden Windrichtung angeordnet sind. Ein überaus eindrucksvolles Beispiel solcher vom Wind geformter Landschaften sind die Dünenzüge im Reichswald südlich von Leinburg. So hat wohl auch einmal die Düne von Schwand ausgesehen.

 

 

Und dieses Stück Natur hat wohl auch dazu geführt, dass in der nahe gelegenen Alting eine Thing-Stätte war

 

 

Zur Sage: Wie der Heidenberg zu seinem Namen kam:

 

Kinder spielen auf der  Düne

Ebenso zeugen die Grabhügel und vorgeschichtlichen Kreisgräben auf dem Gemeindegebiet von der frühen Besiedelung. Im Mittelalter dann wurde diese herausgehobene Stelle dazu genutzt um für alle sichtbar den Galgen hier aufzustellen. Man kann sich das gut vorstellen, wenn man sich anstatt der Kiefern im Bild den Galgen hineindenkt.

 

Als zur Nazizeit in Nürnberg die Kongreßhalle errichtet wurde, benötigte man viel Baumaterial - und auch guten Quarzsand. So wurde kurzerhand der „Galgenbuck in Schwand" abgebaggert und mit LKW`s nach Nürnberg gefahren, um dort als Mörtel verarbeitet zu einem Monumentalbau zu werden. Dass dabei ein Jahrhunderte altes Naturdenkmal vernichtet wurde, interessierte niemand.

 

 

 

 

Auszug aus der HeimatPost vom Februar 1940:

.....Heuer konnte sich die Jugend noch am Galgenbuck nach Herzenslust tummeln, im nächsten Jahre wird der größte Teil desselben verschwunden sein, denn immer tiefer frisst sich der Sandbagger in den kleinen Berg, um den feinen, körnigen Sand auf die zur Kongreßhalle nach Nürnberg fahrenden Autos zu verladen. Mit der Abtragung des Galgenbucks verschwindet eine historische Stätte in Schwand, denn auf dieser kleinen Erhöhung wurden früher die zum Tode verurteilten hingerichtet.....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von den Pfarrerskindern Rusam wird berichtet, dass sie während der Abgrabungsarbeiten Skelettreste von ehemals Gehängten fanden (leider aber keinen Kopf, wie sie bedauerten). So bestätigte sich, dass die am Galgen zu Tod gekommenen meist gleich an Ort und Stelle verscharrt worden waren.

 

zusammengestellt im Oktober 2007

Alfred J. Köhl

 

Weitergehende Lektüre zu Sanddünen in: Fundort Natur; Naturdenkmäler zwischen Fränkischer Schweiz und Altmühltal. Erschienen im ars vivendi Verlag

Literaturverzeichnis

Die Sanddüne bis 1942/43 ein imposantes Stück Natur