Editorial


Der Frühling hat sich durchgesetzt – und von den Temperaturen her hatten wir auch schon richtige Sommertage. Die Osterbrunnen sind geschmückt und laden zu einem Spaziergang ein. Bilder davon sehen Sie auch hier auf der Startseite.

Falls uns der April aber dann doch noch ein paar typische Apriltage schicken sollte, auch auf den übrigen Seiten finden Sie immer wieder neue Inhalte und Ergänzungen zu bestehenden Seiten.

Stöbern Sie ganz einfach ein wenig, wir laden Sie herzlich dazu ein.



Sie sind uns immer willkommen.

Herzlichst Ihr
Alfred J. Köhl

Heimatbroschüre Nr. 2

Unsere Heimatbroschüre Nr. 2 ist fertig!  Die Präsentation war am 18.10.2014 in der Kulturscheune Leerstetten.

Titelseite der Heimatbroschüre

 

Rednitzhembacher Straße 5

Nord-Ost Ansicht

Situation: Das repräsentativ angelegte, erdgeschossige Bauernhaus mit steilem Satteldach steht giebelständig nach Norden zur Straße. Rückwärtig befindet sich der Rest einer eingestürzten Scheune mit Keller im heute deutlich verkleinerten Hofraum. Das Haus, dessen Fassadenflucht auf die Straßenbebauung abgestimmt ist, nimmt mit seinen dekorativen und durchdachten Schmuckformen eine besondere Stellung in der Architektur der Umgebung ein, da sich dort kein vergleichbar aufwendig gestaltetes Bauernhaus findet. Es ist daher ein unverzichtbares Denkmal im architektonischen, sozialhistorischen und städtebaulichen Sinn.

Steine im Gemeindegebiet

Steine

Auf den nachfolgenden Seiten möchten wir Ihnen Wissenswertes über die

Gedenk-, Grenz-, Mark- und Sühnesteine oder -Kreuze im Gemeindegebiet berichten.

Sühnekreuz am Maragretenhof

Gedenksteine in Mittelhembach

 

 

 

 








 

Fortbewegungsmittel


Hans Volkert erzählt uns eine Geschichte über

Fortbewegungsmittel - nicht nur in Leerstetten

Fast ein halbes Jahrhundert musste vergehen, seit Carl Benz mit seinem ersten Automobil, einem Dreirad-Velociped, am 3. Juli 1886 über die Straßen Mannheims gehoppelt war, ehe in Leerstetten der erste Bürger hinter einem Steuerrad gesichtet wurde.
 
Pioniere der neuen Fortbewegungsart in Leerstetten waren Karl Plesch und Hans Hetzelein, die anfangs der 30er Jahre ihre mit Ottomotoren angetriebenen Fahrzeuge über die staubigen, dreckigen Straßen unserer Umgebung lenkten.

Hatten beide nicht ein besonderer Gespür für die überall unaufhaltsam gewordene Motori­sierung des Straßenverkehrs? Neben dem nötigen "Kleingeld" brachten beide eine Portion Mut auf.

Zugegeben, auch der Bau der ersten Autobahn Berlin-München von 1934 auf 1936 verlieh der Motorisierung des Verkehrs einen ungeheuren Auftrieb. In diesen Aufwärtssog geriet natürlich auch die Zweiradindustrie, die besonders in Nürnberg namhafte Erzeugnisse produzierte.



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Hauptstrasse 5

 
Leerstetten, Hauptstraße 5.

 
 
Bauernhaus, erdgeschossiger Satteldachbau, Sandsteinquader, Giebel Fachwerk verputzt, 18./19.Jh. (Fl. Nr. 24)
 
 
Hausname: "Kunzenhof"
oder lautsprachlich kurz: "kounz"; hergeleitet von Konrad = Kunz
 

Situation:
Der Hof liegt an der ehemaligen Ortseinfahrt im Norden von Leerstetten. Er bildet gemeinsam mit den Höfen >Hauptstraße 2< (auf Flur Nr. 22/1) und >Hauptstraße 1< (inzwischen abgerissen - im Plan das rote Gebäude auf Flur Nr. 25) ein Ensemble, das die historisch gewachsene dörfliche Struktur bewahrt hat. Es bestimmt immer noch (wie lange?) die nördliche Ortsansicht von Leerstetten wesentlich.





Ein ehemals stolzes Bauernhaus wartet auf einen Prinzen, der es wachküsst.

Thema für den Tag des offenen Denkmals 2016 ist: "Denkmale erhalten" - gilt das auch für Schwanstetten?

Nürnberger Straße 15

 
Nürnberger Straße 15.





Wohnhaus, zweigeschossiger Mansarddachbau mit Aufzugserker, Ende 18. Jh. (Fl. Nr. 9)
 
 
 
Situation:
Das zweigeschossige Haus steht innerhalb einer nahezu geschlossenen Häuserfront von weiteren Baudenkmälern in der Nürnberger Straße.  Auf dem Katasterplan von 1820 ist es mit Nr. 6 gekennzeichnet. Es erscheint aus städtebaulicher Sicht an dieser Stelle unverzichtbar, da es auf seine Umgebung bezogen ist. Historisch dominierte es die bauliche Situation, da sich die zweigeschossige Bauweise markant von den ehemals erdgeschossigen Bauten der Umgebung unterschied. Rückwärtig gehört ein kleiner, modern überformter  Hof zu dem Anwesen. Es handelt sich um ein wichtiges städtebauliches und sozialhistorisches Denkmal.
 

Ein Bauernjahr

 

Von Lichtmeß bis Lichtmeß

Auszug aus: Ein Bauernjahr von Elisabeth Engelhardt

Liesl

Früh um fünf, zu nachtschlafener Zeit, wenn das Feuer im Küchenherd flackert, bevor es losgeht im Stall, misten, füttern, melken, in dieser dusteren, abwesenden Stunde, reißt die Bäuerin den gestrigen Tag vom Kalender.

 

Der 2. Februar, Lichtmeß. Anfang des Bauernjahres, Feiertag der Dienstboten, als noch keine Maschinen die Arbeit besorgten, sondern Knechte und Mägde, die zahlreich und billig zu haben waren, entlohnt wurden fürs Jahr: Mit 60 Mark die kleine Magd, mit 80 der Großknecht, bei freier Station. Das heißt: Einen Strohsack in der kalten Dachkammer, wo die Mäuse tanzten oder einen warmen, muffigen Verschlag neben dem Kuhstall, heißt karge Mahlzeiten, und wehe den Kleinen, Langsamen, Schüchternen vor der gemeinsamen Suppenschüssel, wo dieselbe patriarchalische Rangordnung eingehalten wurde wie draußen bei den Hühnern.

Tag, an dem die Dienstboten wanderten. Ein Stück für den Kammerwagen erstanden im Landstädtchen auf dem Lichtmeßmarkt, wo ein billiger Jakob den andern mit heiserem Krächzen übertrumpfte, und von einem eigenen Kleiderschrank träumten: Wer so einen hatte, zählte bereits zu den Besitzenden.

 

Viele haben so angefangen, auch die Frau in der Küche, die nach Schulschluß in den Dienst mußte wie alle Kinder der kleinen Verrecker. 

Besuch in der alten Schmiede

Schon früh am Morgen ertönte das gleichmäßige Hämmern und Schlagen, wenn der Schmied seine Arbeit begann.
Marianne Ast erzählt uns eine Geschichte aus ihrer Schulzeit - ein Besuch beim Schmiedemeister Hertel. Aus diesem Betrieb ging der Heizugsbetrieb von Helmut Hertel und die OMV Tankstelle hervor. Es blieb also bei einer Metallbearbeitung.

Der von Hans Volkert beschriebene Gemeindeschmied war auf Haus Nummer  21 angesiedelt. Auf diesem Grundstück errichtete die Gemeinde 1902 das evangelische Pfarrhaus mit Nebengebäuden, umgeben von einem großen Pfarrgarten.

Der nach Großschwarzenlohe verzogene ehemalige Gemeindeschmied Christoph Abraham war wohl ein Vorgänger der heutigen Landmaschinenschlosserei Abraham.

Am Kohlenmeiler



Am Kohlenmeiler

eine Geschichte aus ihrer Schulzeit. Erzählt von Marianne Ast

 Beim Nerreter-Bauern in Furth ging es an manchen Tagen schon in aller Früh hoch her. Ein Meiler sollte aufgebaut werden. Der Bauer und sein Sohn Steffl waren mit den Hühnern aufgestanden und durchs nasse Gras übers Bächla zur Kulstätt gestapft. Auf der anderen Seite des Baches im Wald war auf einem leeren halbrunden Platz der Boden mit schwarzer glänzender Erde bedeckt. Die Köhlerei wurde hier in Furth schon seit langer Zeit betrieben.


Tabak bandelieren

Wie ging das Tabakaufhängen früher vor sich?

erzählt von Hans Volkert

Da saß also die ganze Familie – wenn es das Wetter erlaubte – im Freien, sonst unter dem Dach der Scheune oder Streuschuppen - auf niedrigen Hockern oder auf Strohsäcken, vor sich einen Haufen auf dem Acker abgebrochener Tabakblätter. Neben den Familienangehörigen des Bauern wurden auch oftmals familienfremde Helfer für diese Arbeit angeworben.


Da die Tabakblätter eine klebrige Masse absonderten, bedeckten die Anhänger ihre vordere Körperseite mit einer Schürze oder auch nur mit einem Jutesack.


Tabakanbau in Leerstetten

Tabakanbau

in Leerstetten als Sonderkultur.


Zusammengetragen und erzählt von Hans Volkert


"Etwa 1590 kam erstmals Tabak von Holland und Frankreich nach Deutschland.

In Schwand begann der Anbau wohl um 1663, als die Wirte vom Schwan und vom Roten Ross den Tabakanbau einführten und ging bis 2006, in Leerstetten endete der Tabakanbau im Jahre 2009.


 

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