Kirchenzentrum

Standort

Nürnberger Straße 49
90596 Schwanstetten
Deutschland
49° 18' 18.126" N, 11° 7' 10.758" E
DE
 

Ortsteil Schwand

Katholische Kirche:

 

Kirchenzentrum zur heiligsten Dreifaltigkeit

Luftbild von Hajo Dietz vom 8.7.2010

Auf dem Luftbild von Hajo Dietz, NürnbergLuftbild, kann man die Geschlossenheit dieses Kirchenzentrums erkennen, das dem Besucher - egal welchen Teil davon er besucht - ein ganz besonderes Raumgefühl vermittelt. Es besteht aus der Kirche, die zusammen mit der Mesnerwohnung, dem Büro des Gemeindereferenten, dem Glockenturm, der Aussegnungshalle und dem Pfarrsaal den Innenhof mit dem Brunnen umschließt. Komplettiert wird das Ensemble durch die Altenwohnanlage und das 2003/2004 erbaute Jugendheim. Zum Kirchenzentrum gehört auch der Friedhof.



 

Schon wenn man durch das Tor im Glockenturm den Innenhof des Kirchenzentrums betritt, hat man in gewisser Weise bereits einen Teil der Hektik des Alltages hinter sich gelassen. Nur mehr gedämpft dringt der Straßenlärm in den Hof herein, der durch die geschickte Anordnung von Mesnerwohnung, Glockenturm, Leichenhalle und Pfarrsaal mit dem Jugendheim entstand.

Innenhof

Brunnen

Belebt durch das plätschernde Brunnenwasser und beschattet von einem Baum möchte man kurz verweilen. Die weißen, kahlen Wände erinnern an ein mediterranes Landgut.

Betritt man nun die Kirche, empfängt einen Kühle und gedämpftes Licht.

Man fühlt sich wie in einem Zelt oder - wegen der dunklen Balken der Holzkonstruktion – im Bauch eines großen Schiffes, auf jeden Fall geborgen.

Von der Baugeschichte her gesehen verkörpert die Kirche "Zur Heiligsten Dreifaltigkeit" das Verständnis der Messfeier nach dem 2. Vatikanischen Konzil: Statt eines Tabernakels im Hoch- oder Seitenaltar, zu dem die Blicke des Priesters und der Gemeinde gewendet sind, steht jetzt der Altar im Zentrum. Der Priester (Vorsteher der Eucharistie) versammelt sich mit der Gemeinde und Christus - gegenwärtig in den konsekrierten Hostien im Tabernakel - ist mitten unter ihnen. Dieses Anliegen verfolgten auch Adolf und Helga Schnierle: Innenraum von der Empore aus"Die Raumform der Kirche resultiert aus dem nachkonziliaren Anliegen, die gesamte Kirchengemeinde einschließlich der Sänger wieder wie ursprünglich einmal zu jeder Art von Gottesdienst, einschließlich des Sakraments der Taufe, um den Tisch des Herrn zu versammeln", so haben sie ihre Gedanken aufgeschrieben.

Für das Architektenehepaar Adolf und Helga Schnierle bildet die Säule mit dem Tabernakel den Mittelpunkt des Kirchenraumes. Sie ist eine technische Meisterleistung, weil auf ihr die ganze komplizierte Dachkonstruktion ruht. Würde man sie entfernen, der ganze Bau würde in sich zusammenstürzen.

Innenraum von den Kirchenbänken aus gesehenPfarrer Johann Spiess sagte hierzu immer: Jeder Holzbalken sieht anders aus. Die theologische Aussage hierzu ist, dass keiner von uns dem anderen gleich ist. Wir alle sind sehr kantig - und verschieden. Wir brauchen einander und tragen einander, so wie die Holzkonstruktion dieses Daches. "Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit, wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle mit"(1 Kor. 12,26).

Dass der Kirchenraum trotz der wenigen Fenster eine helle und freundliche Atmosphäre hat, ist auch dem Planungsgeschick der Architekten zu verdanken. Beide erklären dies folgendermaßen: "Die vorgenommene Platzierung aller Tageslichtquellen sollte von jedem Platz aus den ungeschützten, unmittelbaren Blick in die Lichtquelle verhindern, so geschieht die Raumausleuchtung ausschließlich durch Reflexion über die reinweißen Mauerflächen."

Christusfigur und KruzifixDurch das obere Fenster fällt ein Sonnenstrahl und taucht das überdimensionale Kruzifix in gleißendes Licht. Die Augen schweifen über den naturgetreuen Corpus Christi, über die Wundmale an Händen, Füßen und Brust. Und Du begreifst dieses Opfer in vollem Umfang, mit dem Jesus uns erlöste. Du darfst hier eine Pause einlegen auf Deinem eigenen Lebenskreuzweg. Darfst Kraft schöpfen für Dein Weitergehen auf Deinem Lebens- und Leidensweg. Ich blicke in das Gesicht des Gekreuzigten. Blut rinnt an Stirn und Wangen herunter. Die Dornenkrone ist auf das Haupt gepresst. Die Botschaft dieses Antlitzes: Es ist vollbracht! Ich begebe mich in die vorderste Kirchenbank und beginne eine stumme Zwiesprache mit ihm.

"Seht das Zelt Gottes unter den Menschen. Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden ein Volk sein; und Gott selbst wird mit ihnen sein". Dieses Zitat aus der Offenbarung des Johannes steht in der Broschüre, die anlässlich der Weihe des Pfarrzentrums `Heiligste Dreifaltigkeit' am 25. Juni 1978 vom Katholischen Pfarramt "Heilig Kreuz" in Plöckendorf herausgegeben worden war.

Geliehene Kunstwerke aus Eichstätt

Interessant ist die Tatsache, dass viele Kirchenbauten aus den 70er Jahren außer Altar, Tabernakel, Taufbecken, Ambo und Kreuz auf andere Ausstattungsstücke bewusst verzichtet haben. Nichts sollte ablenken von Christus als Grund und Zentrum des Gottesdienstes. Auf der anderen Seite haben jedoch nur die wenigsten Gemeinden auf Dauer diese Leere ertragen können. Heute finden wir - wie auch in Schwand - symbolische Darstellungen von Maria, dem Heiligen Geist oder Heiligen, aus vergangenen Jahrhunderten als Blickfang, die (wie in Schwand) aus Kirchenauflösungen übernommen worden sind und der Kirche vom Kunstmuseum in Eichstätt zur Verfügung gestellt werden. Offensichtlich braucht auch der moderne Mensch Schmuck und Bilder, um sich in einer Kirche wohl fühlen und sammeln zu können.

Eine Betrachtung zur Figurengruppe Krönung Mariens von Ingeborg Höverkamp finden Sie hier:

Der Hof vor der Kirche, umrahmt von den profanen Gebäuden, sollte ein "Hof der Begegnung" sein, quasi der Dorfplatz einer ländlichen Gemeinde. Die Einbindung des Friedhofes und der Leichenhalle sollte zudem die Gemeinschaft der Lebenden mit den Toten symbolisieren, die Hoffnung auf ein Wiedersehen nach dem Tode, der Glaube, dass "wer an Christus glaubt, in Ewigkeit nicht stirbt".

Winteransicht

Informationen zur Geschichte der Katholiken finden sie hier: Katholisch in Schwand

oder auch als Zeittafel: Chronik als Zeittafel

Zusammengestellt von Alfred Köhl inspiriert durch Betrachtungen von Ingeborg Höverkamp und Victor Schlampp im Pfarrbrief.

Weitere Quellen: Weihe des Pfarrzentrums Hl. Dreifaltigkeit am 25. Juni 1978
25 Jahre Kath. Pfarrei und Jugendkapelle Plöckendorf, Rednitzhembach - Schwanstetten

Schwanstetten im September 2007, bearbeitet und aktualisiert im Dezember 2011, November 2016

Alfred J. Köhl

Als Anlage finden Sie den Kirchenführer zum Download.

AnhangGröße
PDF icon kirchenfuehrer_sst_71.pdf8.54 MB
Die kath. Kirche zur hl. Dreifaltigkeit in Schwand