Kirchenausstattung


Die Kirchenausstattung:
 
Der Altar:

Drei Gemälde des berühmten Portraitmalers Georg Albrecht Meuser aus Schney bei Lichtenfels führen uns die zentralen Sätze des Credos vor Augen: links die Geburt Jesu in Bethlehem („geboren"). In der Mitte Christus am Kreuz zwischen den beiden Schächern, Maria, die Mutter Jesu, Maria von Magdala und der Jünger Johannes unter dem Kreuz, dazu der Hauptmann mit den Kriegsknechten, die um das Gewand Jesu würfeln („gestorben"). Rechts der auferstandene Christus als Sieger über Tod und Grab, mit Fahne und Palmzweig, von Engeln erwartet und begrüßt („auferstanden" - „aufgefahren"). Die drei Altargemälde sind eine Stiftung des Bäckermeisters Simon Premser (+1754), an den die Gedenktafel links vom Altar erinnert.
 


Die Kanzel:

Dem Markgrafenstil entsprechend ist sie der Ort der für den Glauben zentralen Verkündigung des Wortes Gottes: „Der Glaube kommt aus der Predigt".
Die Paramente (= griechisch „Vorhang") zeigen die jeweilige Kirchenjahreszeit an. Der Rote Behang für Pfingsten und die Festtage der Kirche (Kirchweih, Konfirmation, Reformationsfest).
Die Paramente für Kanzel und Lesepult wurden entworfen und in Handwebarbeit ausgeführt von Friedrun Fuchs, Untersteinbach. Ein neues Weihnachtsparament von 2007 stammt aus der
Paramentikwerkstatt Neuendettelsau, ein Entwurf von Beate
Baberske-Krohs.





 Die Orgel

Eine erste Orgel wurde 1894 von der Orgelbauanstalt Johannes Strebel in Nürnberg gefertigt. Von ihr ist nach Einbau eines neuen Werkes von Deininger & Renner, Öttingen, Opus 60, eingeweiht im Jahr 1983, nur noch der Orgelprospekt erhalten. Auf dem Dachboden steht aber auch noch der alte Blasebalg, der bis zur Erneuerung der Orgel eifrig betätigt werden musste, damit die Orgel erklingen konnte. Die neue, zweimanualige Orgel mit 13 klingenden Registern und 930 Pfeifen (die längste davon misst etwa 2,40 m) erhielt ihre Disposition von KirchenMusikDirektor Walther Haffner, Rummelsberg.
Die Orgel, die „Königin der Instrumente", begleitet und bestärkt die Gemeinde darin, Gottes Lob immer wieder anzustimmen: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren"!
 
 
Taufstein:
Der Taufstein ist eine vierkantige Balusterschale mit einem Holzdeckel in barocker Form. Aus markgräflichem Blaugrün erheben sich als Reliefs vier braune Puttengesichter, eingerahmt von Engelsflügeln und Akanthusblättern, denen am unteren Ende kleine Muscheln aufsitzen. Flügel, Blatt- und Muschelschmuck sind vergoldet. Der Innenrand des Deckels trägt die ockerbraune Inschrift: Christoph Schrödel, Dürnhembach.
Der Taufstein und auch sein Deckel waren angeblich aus Hembacher Stein gehauen. Wenn das zutraf, dann ist der wegen seines Gewichtes unhandliche Deckel wohl sehr bald durch den hölzernen ersetzt worden. Der ursprüngliche Anstrich täuscht nach damaligem verbreitetem Brauch Marmor vor.
 
Aufgestellt wurde er wohl im Zuge des großen Kirchenumbaus 1754. Er folgte einem älteren Taufstein nach, der aber bereits 1733 nicht mehr vorhanden war.
Er wurde gestiftet von dem brandenburgischen Bauern zu Dürrenhembach und Gerichtsschöffen zu Schwand, Christoph Schrödel und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Wagner.
Johann Neiner aus Meckenlohe steuerte 5 Gulden 7 Kreutzer und 2 Pfennige bei.
Margarethe, die Frau von Christophs Bruder Conrad Schrödel, gab ein neues weißes Tuch aus Leinwand dazu.
Er bildet mit dem Altar das Zentrum unseres Glaubens: Taufe und Abendmahl vermitteln erfahrbar Gottes heilsame Zuwendung. Die Taufe ist das positive Vorzeichen unseres Lebens.
Festlich geschmückt zum Erntedank .

Gedenktafeln



Links und rechts neben dem Altar befinden sich zwei Gedenktafeln. Links die Tafel zur Erinnerung an die edlen Spender Pfarrer Zinn (für den außerdem eine Bodenplatte als Andenken an seine Bestattung in der Kirche eingelassen ist) und Bäckermeister Premser. Auf der rechten Seite dann die Erinnerungstafel an die im Krieg 1870 / 71 Gefallenen.

 










Das Lesepult

Das Lesepult aus Eichenholz wurde - ebenso wie der Abendmahlstisch in der Turmkapelle - von Bildhauer Reinhart Fuchs aus Untersteinbach geschaffen, die liturgischen Behänge für das Kirchenjahr stammen von seiner Ehefrau Friedrun Fuchs.


Von hier aus werden in sechs Jahrgangsreihen die biblischen Lesungen gehalten aus dem Alten Testament, den Episteln (= neutestamentlichen Briefen) und den vier Evangelien. Sie prägen den christlichen Glauben, sie geben Orientierung und begleiten die Gläubigen hinein in ihren Lebensalltag.
 

 
Die beiden Vortragskreuze


Bei Beerdigungen wird eines der beiden Vortragekreuze (sie stehen links und rechts an den Seitenschiffen) dem Sarg Verstorbener vorangetragen.

Das ältere von 1768 zeigt auf der Rückseite den Namen der Stifterin. Es wird dem Sarg Erwachsener vorangetragen.


 Das jüngere von 1854 wird beim Begräbnis von Kindern verwendet.


 

 
 
Die Bilder
 
Im hinteren Kirchenschiff finden sich zwei Bilderpaare: eine Kopie der „Vier Evangelisten" von Albrecht Dürer (rechts) sowie Bilder der beiden Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon.
Auf der Mitte der zweiten Empore befindet sich ein Wappenbild des letzten Ansbacher Markgrafen Alexander (1769-1791), einem Sohn des sog. „Wilden Markgrafen" Christian Friedrich Carl Alexander, zu dessen Regierungszeit die Kirche erbaut wurde.
 
Die Fenster
 
Die kunstvoll gestalteten Glasfenster prägen den Innenraum mit ihrem hellen Licht.
Die hohen und hellen Fenster sind zum Teil farblich gefasst Am Südportal (Hochzeitsportal, mit dem markgräflichen Hoheitszeichen auf der Außenseite) findet sich das Martha und Maria-Fenster das 1805 von Christoph Schuler in Schwabach erstellt und 2002 im Atelier Kunst & Glas in Thalmässing restauriert wurde.
Es weist die Hinausgehenden darauf hin, das zu leben, was sie auf Christus hörend empfangen haben.
 
Das Fenster über dem Westportal leuchtet besonders in der untergehenden Abendsonne auf das Abendmahlsbild am Altar: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden."
 

 
Besondere Beachtung verdient das Johannesfenster in der Turmkapelle, geschaffen von dem Maler und Bibelillustrator Walter Habdank, Berg am Starnberger See, eingeweiht am Johannistag 1982. Johannes der Täufer weist auf Jesus: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt." Über Jesus öffnet sich der Himmel, der Heilige Geist in Gestalt einer Taube kommt auf ihn und erfüllt ihn, um sein Wirken zu bestimmen. Das Fenster wurde gestiftet vom Vater von Gerhard Nemec (Pfarrer 1975-1988 in Schwand)
 
 

Zu den 4 Aposteln:





Die Krippe



Die seit Weihnachten 1985 in der Kirche befindliche, aus einem Stück Lindenholz geschnitzte Krippe ist ein Werk von Fidelis Bentele, Oberstaufen im Allgäu. Mit seinem Adoptivsohn Georg Bentele-Ueker zusammen fertigte er zuerst nach den Vorstellungen der Gemeinde eine Zeichnung, modellierte dann in Ton und fertigte schließlich ein Gipsmodell an.
 

Die Weihnachtskrippe betont die Einheit von Josef, Maria und dem Jesuskind. Aus den Augen Jesu aber schaut uns schon der Herr Christus an, die menschgewordene, sichtbare Liebe Gottes.
 




Der Schwan auf dem Kirchturmdach

In Ostfriesland findet man seit der Barockzeit (ab Anfang des 17. Jh.) Schwäne ausschließlich auf lutherischen Kirchen. Der Schwan ist dort sozusagen ein Trutz- oder Feldzeichen der lutherischen gegenüber der reformierten bzw. der katholischen Kirche. Im Zusammenhang damit wird meist auf eine Hus-Legende verwiesen. Johannes Hus (1369 - 1415), der tschechische Wegbereiter der Reformation, der auf dem Konzil von Konstanz den Feuertod fand, soll vor seinem Sterben gesagt haben:
Ein Ganß bradt ihr, sagt ich ihn dar,
Über Hundert Jahr niemet wol wahr,
wird kommen ein schneeweißer Schwan.
Denselben werdet ihr ungebraten lan.
(Das tschechische Wort Hus bedeutet im Deutschen „Gans".)

 
Die Prophezeiung des Märtyrers wurde auf Martin Luther gedeutet und so der Schwan ein Symbol des lutherischen Bekenntnisses.
Eine andere, weitere Erklärung für den lutherischen Schwan bietet Luther selbst in einer seiner Tischreden. Er bezieht darin den Schwan allegorisch auf die Kirche: sie sei „schwimmhaut-füßig", d.h. sie könne sich auch auf sumpfigen Untergrund sicher bewegen und die Fluten des Bösen können sie nicht überwältigen; die Kirche wäre wie Schwäne nicht aggressiv, könne aber - wenn es nötig ist - wehrhaft ihre Kinder, ihre Nachkommenschaft verteidigen; und sie vertraue dabei auf ihre beiden kräftigen Flügel; die beiden Flügel aber seien der Dienst des Wortes und des Gebetes.
Diese Allegorie über die Kirche als Schwan könnte ebenso wie die Hus-Legende zur Entstehung des Sinnbildes der lutherischen Kirche beigetragen haben. Der markgräfliche Umbau unserer Johanneskirche 1754, vor 250 Jahren abgeschlossen, hat dieses Luther-Zeichen wohl schließlich auf unsere Kirchturmspitze (33m) gebracht.

 
Zusammengestellt von Alfred J. Köhl mit Unterlagen von Alfred Wenig und Werner Hartmann (Vortragskreuz und Taufstein), der Broschüre „800 Jahre Kirche in Schwand“ und dem Kirchenführer der Gemeinde.


Schwanstetten im Januar 2018
Alfred J. Köhl


 
Orgel-Kanzel-Altar