Kameradschaftsverein Leerstetten

Standort

Hauptstraße 15
90596 Schwanstetten
Deutschland
DE




125 Jahre Soldaten- und Kameradschaftsverein Leerstetten und Umgebung
 
Der „Soldaten- und Kameradschaftsverein Leerstetten und Umgebung" ist Nachfolgeverein des im Jahre 1886 gegründeten „Soldaten- und Kampfgenossenverein Leerstetten". Dieser ist der älteste Verein in Leerstetten.
 
 


Über das frühere Vereinsgeschehen sind, außer dem im Jahre 1886 angelegten Stammbuch, keine weiteren schriftlichen Aufzeichnungen vorhanden. Unsere Chronik der Gründungsjahre kann sich daher nur auf mündliche Überlieferungen und auf die auf der alten Vereinsfahne und den beiden alten Vereinsbildern zu entnehmenden Informationen stützen.
 
 
 
Die Soldaten- und Kampfgenossen von 1870/71 haben sich im Bewußtsein ihrer Verdienste, am 2. Februar 1886 in einem Verein zusammengeschlossen.
 
 
Auf ihre Initiative hin dürfte wohl auch die Gedenktafel für die Gefallenen des Krieges von 1870/71 in der Kirche Peter und Paul in Leerstetten errichtet worden sein.



 


Auszug aus dem Stammbuch des „Soldaten- und Kampfgenossenverein Leerstetten"
erstellt im Februar 1886:

Name Vorname Stand Früh. Dienstverhältnis
Schneider Johann  Georg Oekonom Unteroffiz. 10. Inf.-Rgt.
Hiltner Mathias Oekonom Gefreiter, 12. Inf.-Rgt.
Fischer Leonhard Georg Wirth 15. Inf.-Rgt.
Schneider Georg Leonhard Schmiedemstr. Gefreiter, l. Feldart.Rgt.
Schneider Johann Jobst Oekonom 10. Inf.-Rgt.
Kupfer Stephan Oekonom 12. Inf.-Rgt.
Rühl Michael Metzger 15. Inf.-Rgt.
Bloß Johann Oekonom 12. Inf.-Rgt.
Meier Leonhard Oekonom Ersatz-Reservist
Kratzer Johann Taglöhner 12.Inf.-Rgt.
Rock Johann Georg Oekonom 16. Inf.-Rgt.
Rühl Andreas Gastwirt 15. Inf.-Rgt.
Silberhorn Johann Taglöhner 16.Inf.-Rgt.
Lohmüller Stephan Müller 10.Inf.-Rgt.
Meier Gabriel Oekonom 10.Inf.-Rgt.
Perl Johann Wirth 3.Feldart.-Rgt.
Rißmann Stephan Gastwirt l.Chwauleg.-Rgt.
Braun Martin Müller 16.Inf.-Rgt.
Linck Johann Oekonom 10.Inf.-Rgt.
Huber Adam Dienstknecht 18.Inf.-Rgt.
Rühl Johann Georg Oekonom 10.Inf.-Rgt.
Schneider Heinrich Dienstknecht Ersatz-Reservist
Seibold Konrad Spez.-Händler Ersatz-Reservist
Staudinger Johann Schneidermstr. Ersatz-Reservist


 
Unsere alte  Vereinsfahne wurde bereits im Jahre 1888 geweiht.
 
 

Das erste Vereinsbild wurde am 16. Januar 1910 enthüllt mit dem Wahlspruch: „Mit Gott für König und Vaterland".
 

Im Kreis von 58 Mitgliedern zeigt es Johann Georg Schneider als l. Vorsitzenden.
 



Der erste Weltkrieg 1914-18 unterbrach die Vereinstätigkeit. Die jüngeren Kameraden wurden zu den Waffen gerufen und viele Namen des Vereinsbildes sind auf der Gedenktafel für die Gefallenen und Vermissten des l. Weltkrieges wieder zu finden.
 
 


Nach dem Ende des Weltkrieges im Jahre 1918 fanden sich im Bewusstsein „Im Felde unbesiegt!" die ehemaligen Frontsoldaten in unserem Verein wieder zusammen.
 
 
Am 23. November 1930 wurde das zweite Vereinsbild enthüllt mit dem Wahlspruch:
„Allzeit gut Deutsch".
 

Im Kreis von 100 Mitgliedern zeigt es Georg Geistmann l. Vorsitzenden und Johann Georg Schneider als Ehrenvorsitzenden.
 
 
Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahr 1939 hat eine rege Vereinstätigkeit stattgefunden. Im Jahre 1936 wurde im Bierlein'schen Garten (heute das Anwesen Hauptstraße 34) das 50jährige Gründungsfest groß gefeiert.

Der 2. Weltkrieg hat die Vereinstätigkeit abermals zum Stillstand gebracht.
Nach dem katastrophalen Krieg von 1939 - 1945, der totalen Niederlage mit ihren Folgen war für militärische Traditionen im Bewusstsein der deutschen Bevölkerung kaum mehr Platz geblieben. Man gab sich vielmehr gerne den Versprechungen der Siegermächte hin, dass die Deutschen in einer künftig nur noch friedlichen Welt nie mehr eine Waffe in die Hand zu nehmen brauchten.
 
Die politischen Realitäten ließen diese Träume bald zerrinnen. Schon 1950 setzte man sich mit dem Gedanken eines deutschen Wehrbeitrages innerhalb einer westeuropäischen Armee auseinander. Im Jahre 1955 wurden die ersten Soldaten der Bundeswehr dem nordatlantischen Bündnis unterstellt,
Das zunächst gespannte Verhältnis zwischen zivilem und militärischem Bereich normalisierte sich im Laufe der Jahre. Dies führte auch zu einem allmählichen Wiederaufleben der ehemaligen Kriegervereine.
Die neuen Vereine wollten nicht vergangenen Zeiten nachtrauern oder sich der Gegenwart verweigern. Ihre Ziele waren, das Andenken an die schuldlosen Opfer der Weltkriege wachzuhalten, Vaterlandsliebe und Opferbereitschaft der Kriegsteilnehmer die verdiente Achtung entgegenzubringen und schließlich, die Tradition heute noch gültiger Werte, wie Treue, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Einsatzbereitschaft für die Gemeinschaft weiter zu pflegen.
Am 16. April 1961 fanden sich in Leerstellen 12 ehemalige Kriegsteilnehmer zusammen und haben den Verein unter dem Namen ,,Veteranenverein Leerstetten und Umgebung" wieder ins Leben gerufen. Als l. Vorsitzender wurde Hans Herzog gewählt. Bereits im Jahre 1962 hatte der Verein 86 Mitglieder.
 
Die alte Fahne, von 1888 bis 1936 der ganze Stolz der Kameraden, durfte während der Nazi-Zeit nicht mehr gezeigt werden.
Der Wahlspruch war nicht mehr zeitgemäß:
 
 
 
Der damalige Fahnenträger Andreas Buchner nahm sie in Verwahrung – und versteckte sie 1945 auf dem Dachboden. Als sie 1961 wieder aus ihrem Versteck geholt wurde stellte man fest, dass die Tuchstickerei Schaden genommen hatte und auch der bayerische Löwe auf der Fahnenspitze fehlte
 
Bereits 1965 konnte unmittelbar neben der Kirche Peter und Paul ein Denkmal eingeweiht werden, das der wiederbelebte Verein zusammen mit der Gemeinde Leerstetten ihren Gefallenen und Vermissten mit der Mahnung „Habt Ehrfurcht vor dem Tode“ und dem Zusatz „Eure Opfer – Unsere Verpflichtung – Frieden“ widmete. Erstellt hat es der Bildhauer Walter Franke aus Altenfurt
Die Vorstandschaft am Ehrenmal
von links: Richard Hetzelein, Harald Bengsch, Hans Peipp, Wilhelm Maueröder
 
 
Auch in Großschwarzenlohe wurde im darauf folgenden Jahr von der Gemeinde ein Ehrenmal erbaut.
 
Im Jahre 1972 wurde der Verein umbenannt in „Soldaten- und Kriegerkameradschaft Leerstetten und Umgebung" und am 4. Juni 1972 die neue Vereinsfahne geweiht.
 
Eine Schützenabteilung wurde im Jahre 1973 dem Verein angegliedert. Sie musste im Jahre 1983 wieder aufgelöst werden, da kein Leiter für diese Abteilung mehr gefunden wurde.
 
Die 90 Jahrfeier mit Vereinsbildenthüllung hat am 12. März 1976 im Saale Wellenhöfer stattgefunden.
 
 
Das neueste Vereinsbild zeigt im Kreise vieler Mitglieder Hans Schwarz als l. Vorsitzenden.
 
Eine nochmalige Umbenennung des Vereinsnamen in „Soldaten- und Kameradschaftsverein Leerstetten und Umgebung" erfolgte im Jahre 1983.
 
Im Juli 1986 wurde das 100 jährige Gründungsjubiläum an insgesamt 4 Tagen groß gefeiert. Dabei ergaben sich Kontakte nach Österreich, die in den Folgejahren ausgebaut wurden. So kam es im Mai 1986 zu einer Partnerschaft mit dem österreichischen Kameradschaftsbund St. Margareten im Burgenland.

Ein weiterer Höhepunkt der letzten 25 Jahre Vereinsgeschichte war der 15. Mai 1999. In der Gaststätte Wellenhöfer wurde die restaurierte alte Fahne von 1888 der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie wird seitdem in einer Vitrine im Saal dieser Gaststätte ausgestellt.

In den folgenden Jahren bemühte sich der Verein zusammen mit der Gemeinde das in die Jahre gekommene Kriegerdenkmal wieder herzurichten damit es zur Jubelfeier in neuem Glanz erstrahlen kann.
 

Der Verein hatte in den letzten 25 Jahren immer um die 100 Mitglieder, zurzeit sind es 110.




 
Die Vorstandschaft setzt sich seit der letzten Wahl 2009 wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender            Hans Peipp
2. Vorsitzender            Willi Maueröder
Schriftführer              Harald Bengsch
Kassier                   Richard Hetzelein
Kassenprüfer:        Willi Schneider und Peter Weiß
Böllerschütze             Albert Hammer
Kreisdelegierte sind Willi Maueröder, Harald Bengsch
Ausschußmitglieder sind:
Simon Blos, Hans Weiß, Willi Doberer, Hans Sommer, Christian Halbritter, Georg Frommberger, Thomas Härtl, Stefan Eckstein
 
Der Festausschuss besteht aus:
Markus Weiß, Udo Heinz, Peter Weiß, Stefan Eckstein, Willi Doberer, Peter Schuhmann, Karl Bengsch.

Schwanstetten im April 2011
(In diesem Jahr ist die Festschrift entstanden, auch durch die Mitarbeit von Alfred J. Köhl)
 
Entnommen aus der Festschrift zum 125 jährigen Bestehen und für das Internet bearbeitet
 

September 2015
 
Alfred J. Köhl

Die alte Fahne