Hans Volkert

Hans Volkert

Hans Volkert, Schwabacher Straße 9 Schwanstetten

Mein Lebenslauf:

Diesem kleinen Bub auf dem Bild gaben die Eltern kurz nach seiner Geburt am 9. 10. 1932 in Leerstetten denAls Kind auf dem elterlichen Bauernhof Vornamen "Hans". Er erblickte also das Licht der Welt noch während der Weimarer Republik. Sein Vater war Karl und seine Mutter Margarete Volkert.

Mutter MargareteAuf dem genannten ersten Bild ist an den Tabakbandelieren im Hintergrund unschwer zu erkennen, dass seine Eltern eine Landwirtschaft betrieben.

Natürlich konnte der Kleine in diesem Alter noch nicht die Vorzüge einer Demokratie gegenüber der schon bald anbrechenden Diktatur erkennen. Mit letzterer brach eine Epoche an, in welcher die auf dem Foto erkennbaren Streicheleinheiten ziemlich einseitig verteilt wurden. Gott sei Dank überstand er diese "1000 Jahre" ohne körperlichen Schaden.

Zunächst verspürte der kleine Hans, umgeben von der Fürsorge seiner Eltern, noch nichts von den stürmischen Ereignissen ab 1933. Fest stand jedoch schon sehr frühzeitig, dass er sein ganzes Leben lang "Befehlsempfänger" bleiben würde.

Vater Karl mit den GeschwisternIn gleichen Zeitabständen von 4 Jahren bekam er noch einen Bruder und eine Schwester.

Im Frühjahr 1939 wurde Hans mit etwa 8 weiteren Dorfkindern eingeschult. Der Unterricht fand zunächst im später abgerissenen Schulgebäude an der Schwabacher Str. in Leerstetten statt. Aber noch im Herbst des gleichen Jahres wurde Lehrer Loos, für die Klassen l bis 4 zuständig, zur Wehrmacht eingezogen und die sogenannten "unteren Klassen" wurden umgehend ebenfalls in das Schulgebäude an der Hauptstr. verlegt. Das bedeutete für Oberlehrer Dürr schon damals die viel später geforderte Ganztagsschule und dieser Lehrer musste zusätzlich in vielen Fällen Erziehungsaufgaben der zum Heer eingerückten Väter wahrnehmen.

Während der ersten beiden Kriegsjahre war hier vom "Feind" eigentlich nichts zu merken. Aber im Herbst 1941 wagten sich englische Flugzeuge erstmals mit ihrer Bombenlast bis nach Schwabach. Die sich von nun an häufenden alliierten Bombenangriffe, nicht nur auf militärische Ziele, ließen bei so manchem "Volksgenossen" leise Zweifel aufkommen am

Endsieg.

Ab Herbst 1943 besuchte er eine weiterführende Schule in Schwabach. Mangels Lern­eifer musste er diese Anstalt nach mehreren Jahren wieder verlassen. Welch ein Versager!

Ende 1950, als die Arbeitsstellen noch verhältnismäßig rar waren, begann er im früheren Sägewerk Baumann in Schwand eine Lehre als Industriekaufmann. Auch nach Abschluss der Lehrzeit verblieb er noch bis Dezember 1970 bei dieser sehr abwechslungsreichen Tätigkeit in Schwand. Zu den "Highlights" zählte für ihn seinerzeit die oft in der freien Natur notwenige Beschäftigung, wie etwa das Vermessen der gekauften Rundhölzer.

Nach seiner Eheschließung mit Berta Büttner aus Kleinschwarzenlohe im April 1961 bezogen beide das Einfamilienhaus in der Schwabacher Str. 9 und im August des darauffolgenden Jahres wurde ihnen eine Tochter geschenkt.

Durch Fernkurse vorbereitet, wechselte er zu Beginn des Jahres 1971 in die kommunale Verwaltung über. Zunächst war er bei der Gemeinde Leerstetten und nach der Gebietsreform beim Markt Schwanstetten auf verschiedenen Verwaltungsgebieten eingesetzt. Insbesondere gehörte es zu seinen Aufgaben, den anfallenden Schriftverkehr und auch das Archiv zu betreuen. Und erst zu diesem Zeitpunkt begann er sich - also reichlich spät - für Vergangenes im Dorf zu interessieren.

Immer wieder machte er sich Notizen über interessante Vorfälle, die er später zur Erinnerung Interessierter zu Papier brachte.Hans Volkert mit seinen musizierenden Nachkommen

Hans Volkert, ein Leben nur als Befehlsempfänger? Nicht ganz! Zwar musste er auch auf "Befehl" seines Vaters das Blasen auf einem Blechinstrument erlernen. Aber mit der Zeit wurde aus diesem "Muss" ein Hobby. Auch seine Tochter und sein Enkel zog es zur Blasmusik, wenn auch nur in einem Posaunenchor.

Seit November 1996 ist Hans Volkert Rentner. Heute, wenn er sein Leben so betrachtet, muss er folgender weisen Aussage Recht geben:

Leben kann jeder sein Leben nur vorwärts, aber verstehen kann man es nur von rückwärts.

Natürlich gäb ein fast 80-jähriges Leben wesentlich mehr Daten für einen Lebensbeschrieb. Mir fällt es allerdings schwer, viele Worte über mein Leben zu machen.

So schrieb Herr Volkert im Mai 2010 - und wir wollen ihn halt dann durch seine aufgeschriebenen „Geschichten aus Leerstetten" weitererzählen lassen.


Und auch wenn wir Hans Volkert heute in einer würdigen Abschiedsfeier zu Grabe getragen haben, in seinen Geschichten ist und bleibt er weiterhin mit uns verbunden.

Inhaltsverzeichnis
 

Diese Geschichten wurde bisher veröffentlicht:

Wirtshäuser

Wirtschaften in Leerstetten und den Ortsteilen

Gemeindehirte

Gemeindeschmied

Köhler

Tabakanhängen

Der Posaunenchor

Das Radfahren

Versorgung in Kriegsjahren

Waldschädlinge

Wiebke

Dreschmaschine

Unser täglich Brot gib uns heute


Backofen
Bäume
Bächlein
Chronik i. d. Turmkugel
Dorfweiher
Drachensteigen
Endsieg
Feuerlöschwesen
Fortbewegungsmittel
Furte
(Erd-)Gas
Gemeindediener
Glocken
"Goldgrube"
Hagelschlag
Hausbrunnen
Heimat in Leerstellen
Hopfenanbau
Inflation
Kartoffelkäfer
Kindergarten
Kirchweih
Konfirmation
Kriegschronik
Kriegsgefangene
Landvermessung
Letzter Weg
Luftkrieg
Maulwurffang
Milcherzeugung
Motorpostlinie
Nachtwächter
Naturseidenerzeugung
Orts-Ansichtskarten
Pfarrer-Gemeinde-Konflikt
Persönlichkeiten
Rednitzbrücke
Rhein-Main-Donau-Kanal
Schäfer
Schnitternte
Schwarzbeerpflücker
Sportverein SVL
Straßen und Wege
Verkehrsopfer
Vertriebene
Viehhirte
Vogelschau
Wetterkapriolen
Winter bei uns
Winterfreuden
Zweckverband "Schwarzachgruppe"
Zugmaschinen

Bemerkungen zu meinen Aufzeichnungen:

1) Die vorliegenden Texte habe ich vor 15 bis 20 Jahren geschrieben. Jetzt habe ich diese lediglich abgeschrieben, ohne sie jedoch zu verändern. Das gilt besonders auch bei Zeitangaben.


2) Etliche schriftliche Beiträge sind teilweise oder ganz von anderen Autoren "abgekupfert" (so z. B. der "Luftangriff auf Schwabach" oder der Beitrag: "Glocken" von Pfarrer Fohrn).

3)Durch meine Verwaltung des Schriftguts und des Archivs bei der Gemeinde hatte ich Zugang zu interessanten Themen. In meiner Freizeit habe ich den einen oder anderen Sach-verhalt abgeschrieben.

4) Die Aufnahmen stammen teilweise von Privatpersonen, die diese für die damalige Ortschronik zur Verfügung stellten.

5)Leider habe ich zu den meisten Sachverhalten sehr wenig selbst recherchiert. Allzu oft habe ich meine Fantasie eingesetzt.

6) Gerne bin ich bereit, auftretende diesbezügliche Fragen zu beantworten.

Hans Volkert im Juni 2010

Ergänzt im Januar 2017
Alfred J. Köhl

Ein Lebenslauf