Die Pfarrer der Johanneskirche

Standort

Johanneskirche
Nürnberger Straße 19
90596 Schwand
Deutschland
49° 17' 56.8068" N, 11° 7' 15.096" E
DE


Die Pfarrer der Johanneskirche in Schwand

Im Jahre 1502 wurde Schwand auf Betreiben der Kirchengemeinde aus dem Filialverhältinis zur Pfarrei Roth gelöst und zu einer eigenen Pfarrei erhoben. Damals waren die Pfarreieinkünfte sehr gering und wurden erst viel später erheblich aufgebessert. Das erklärt in den ersten Jahrzehnten nach der Pfarreigründung den merkwürdig raschen Wechsel an Pfarrern, die öfters kaum ein, zwei, drei Jahre verblieben und dann wegzogen. Während der jahrelangen Streitigkeiten mit dem Rother Pfarrer werden uns von 1518-1526 keine eigenen Schwander Pfarrer genannt. Offenbar wurde Schwand durch Rother Kapläne versorgt. 1524 hat man die Pfarrei Schwand offiziell wieder aufgehoben. Schwand wurde wieder Filiale von Roth, bis 1537 die endgültige Lösung von Roth erfolgte und Schwand eigene Pfarrei wurde.
 
Die Reihe der Schwander Pfarrer beginnt mit:
 
SCHWEICKER Wolfgang, 1502-1505 Pfarrer, zuvor Frühmesser in Schwand, 1492 Kaplan in Roth.
 
SCHMUTZER Johann, 1505 Pfarrer, zuvor Kaplan in Roth.
 
SCHEIDT Konrad, 1505-1518, zuvor Kaplan in Roth, Sohn des burggräflichen Wildmeisters Ulrich Scheidt in Schwand, gest. 1518 wohl in Schwand.
 
HUFEISEN Johann, 1526-1537 Pfarrer, zuvor Frühmesser in Roth, 1518 Kaplan in Schwand, aus Schwabach, hatte eine Zeitlang, 1525, in Wittenberg studiert, war verheiratet, schaffte 1526 die Jahrtage ab, führte die Reformation ein, 1528 Kirchenvisitation, kam 1537 nach Röthenbach b. St. Wolfgang, dort gest. 1562.
 
PERGER Michael, 1537-1538 Pfarrer in Schwand, nach Lösung von Roth.
 
BRANDT Georg, 1538-1540, war zuvor Ebracher Mönch, 1525 in Schwabach evangelisch gesinnt, verheiratet, 1540 Linkscher Vikar in Schwabach.
 
DECKER Johann, 1540-l541 Pfarrer in Schwand, verheiratet, zuvor Pfarrer in der Pfalz, mußte wegen seiner evangelischen Haltung weichen, kam 1541 nach Rohr.
 
SCHAFBINDER Georg, 1541-1542 Pfarrer in Schwand, aus Nördlingen. ,
 
HERB Jakob, 1542-1550 Pfarrer in Schwand, hatte 1521 in Wittenberg studiert, dann aber das Schreinerhandwerk in Schwabach und Roth ausgeübt. 1547 Brand der Kirche und des Pfarrhauses, 1548 Wiederaufbau. Zweimal verheiratet, gestorben in Burgsalach.
 
STUTTIG Johann, 1550-1551 Pfarrer in Schwand, zuvor Kaplan in Schwabach, 1546 in Burgsalach.
 
BECK Johann, 1551-1553 Pfarrer in Schwand, 1554 Pfarrer in Wendelstein, dort gest. 1558 (Epitaph).

EBERT Georg, 1554 Pfarrer in Schwand, zuvor Kaplan, Frühmesser und Schulmeister in Roth, gest. 1567 als Diaconus in Roth.
 
SAUTER Georgius, 1554 Pfarrer in Schwand, aus Gunzenhausen, 1555 in Leerstetten, 1565 Kaplan in Weißenburg.
 
MOEGEN Thomas, 1555 -1557 Pfarrer in Schwand, verheiratet, 1557 Pfarrer in Rothenburg o. d. Tauber, später in Oberdachstetten und Scheinfeld. Sein Wahlspruch: „Spes mea est Christus!“ (Meine Hoffnung ist Christus!)
 
HARTUNG Johannes, 1557-1562 Pastor in Schwand, verheiratet, zuvor Lehrer in Berolzheim, kam 1562 nach Roßtal als Kaplan, später in Entenberg und Langenzenn.
 
WAEBEL (Woebelius) Simon, 1562 -1586, über 23 Jahre Pfarrer in Schwand, Pastor, ver­heiratet. Sein Bruder war Georg Wöbel, Schneider in Schwand.
 
RENNER Georg, 1586 – 1609, 23 Jahre Pfarrer in Schwand, zuvor Kaplan in Schwabach,
zweimal verheiratet, 11 Kinder, 4 davon im Kindesalter verstorben, gest. 1609 in Schwand,
begraben in Schwand. Sein Wahlspruch: „In Domino confido!“ (Auf den Herrn vertraue ich!)
 
PFÜTZINGER Jonas, 1609-1618, aus Stierhöfstetten, zuvor Pfarrer in Eckersmühlen, gest.
1618, begraben in Schwand, verheiratet. Sein Wahlspruch: „Dum spiro, spero, te, Christe
Redemptor, adoro. A te nam solo vita salusque venit!” (Solange ich atme, hoffe ich, dich
Christus Erlöser, bete ich an. Von Dir allein kommt Leben und Heil!)
 
KÜMMEL Friedrich, 1619-1624 Pfarrer, zuvor Vikar in Schwabach, Diaconus in Roth,
gest. 1624, beerdigt in Schwand, 72 Jhr. hinterließ Witwe mit 5 Kindern. Sein Wahlspruch:
Qui Christo fidit, non confundet in aevum. Quidquid inest mundo perit id, coelestia du-rant. (Wer auf Christus vertraut, wird nicht vergehen in Ewigkeit. Was in der Welt ist, das vergeht, aber das Himmlische dauert.)
 
GULDEN Johann Samuel, Magister, 1625-1632 Pfarrer, verheiratet, zuvor Pfarrer in Seuckendorf, mußte im 30jährigen Krieg mit den Ortsbewohnern flüchten, gest. 1632 in Schwabach. »Ein frommer Mann, der sich sehr um das Schicksal seiner Kirche absorgte und für sie betete. Herbst 1633 konnte die Witwe mit 5 Kindern ihren Nachsitz auf dem Pfarrhof halten.
 
Von 1632-1638 war die Pfarrei Schwand unbesetzt. 1638-1652 hatte der Pfarrer von Leerstetten die Verwesung übernommen.
 
LAUBINGER Johann, 1653-1660, Pfarrer, vermutlich Exulant, verheiratet, 4 Kinder. Er hatte große Schwierigkeiten mit seinen Einkünften, da viele Bauernhöfe zerstört waren. 1660 Zirndorf.
 
OTTHO Ellas, 1660-1673, über 12 Jahre Pfarrer in Schwand, zuvor Pfarrer in Ammerndorf, zweimal verheiratet, 10 Kinder, mit 71 Jhr. 1676 in Roth als Emeritus gestorben, hatte vielen Ausfall an Einkünften zu beklagen. Sein Wahlspruch: Soli Deo gloria! (Gott allein die Ehre!)
 
MUTZNER Johann, Nikolaus 1673-1719, 46 Jahre Pfarrer in Schwand, Stadtrichterssohn aus Schwabach, verheiratet, Schwand war seine einzige Pfarrei, hatte wegen steigender Dienstunfähigkeit 1718 den Vikar Zinn Gottfried Heinrich, gestorben in Ansbach als Emeritus.
 
ZINN Gottfried, Heinrich Magister 1719 - 1756, 37 Jahre Pfarrer in Schwand, seiner ein­zigen Pfarrei, Kastnerssohn aus Schwabach, gehörte pietistischen Kreisen an, verheiratet, 1756, begraben in der Schwander Kirche vor dem Altar, 67 Jahre alt.
Verdienste um den Kirchenschiffneubau 1753/54. Zinnsches Legat von 500 Gulden für Arme, Gedenktafel in der Kirche rechts vom Altar. Seit 1741 fußleidend, schwächlich, hat Vikare gehalten.
 
FRANCK Johann Friedrich, 1757-1767, 10 Jahre Pfarrer, zuvor in Hohentrüdingen, Dittenheim, Onolzheim, gest. 1767 in Schwand mit 60 Jahren, begraben in der Pfarrersgruft rechts vom Kircheneingang, verheiratet.
 
SCHÄFER Johann Georg, 1768-1783,15Jahre Pfarrer in Schwand, aus Schwabach, zuvor Pfarrer in Auerbruch, verheiratet, seit 1774 Sohn Johann Wolf gang Schäfer Vikar, 1783 Emeritus, gest. 1802 mit 82 Jahren in Schwand, begraben in der Pfarrersgruft.
 
SCHÄFER Johann Wolfgang, 1783-1819, 36 Jahre Pfarrer, verheiratet. Schwand seine einzige Pfarrei, gest. 1819 mit 67 Jahren in Schwand, begraben in der Pfarrersgruft, hatte 1812-1819 Vikare.
 
JUBITZ Johann Gottlob Pius, 1820-1857, 37 Jahre Pfarrer in Schwand, zuvor Pfarrer in Vorra und Entenberg, zweimal verheiratet, 6 Kinder, davon 5 in Schwand getraut, er war ein Rationalist, hielt ein Pferd für die auswärtigen Dörfer, hat 18 Jahre lang Vikare gehabt, gest. 1857 in Schwand, begraben in der Pfarrersgruft, Alter 82 Jahre.
 
DONNER Daniel Friedrich Wilhelm August Adolf, 1858-1867, 9 Jahre Pfarrer in Schwand, zuvor in Dürrenmungenau und Schwabach, verheiratet, 5 Kinder, bekenntnistreuer Prediger des Evangeliums, gest.1879 in Schwabach mit 68 Jahren.
 
FISCHER Johann, 1867-1900, 33 Jahre Pfarrer in Schwand, aus Dittenheim, zuvor Pfarrer in Eismannsberg und Roßthal, verheiratet, 6 Kinder. 1902 Fischersche Stiftung von 1000 Mark für Arme. Vikare von 1891-1900. gest. 1909 als Emeritus in Schwabach.
 
MEHRMANN Otto Christian Karl, 1901-1906 Pfarrer, von Landshut, zuvor Pfarrer in Lehental und Schwarzach, wegen seiner segensreichen Tätigkeit in hohem Ansehen bei der Gemeinde, ging 1906 nach Treuchtlingen, 1912 nach Flachslanden, wurde 1922 Emeritus, gest. 1923 mit 72 Jahren in Kulmbach.
 
KEHRER Johann Christian, 1907-1929, 22 Jahre Pfarrer in Schwand, aus Kitzingen, zuvor Pfarrer in Höllrich-Hessdorf und Gnötzheim, verheiratet, 4 Kinder, Zeit des Ersten Weltkrieges und der Inflation,  gest. 1941 als Emeritus in Schweinfurt mit 77 Jahren, Ehefrau kam bei Fliegerangriff auf Schweinfurt 1943 ums Leben.
 
HAEFFNER Heinrich Julius Christian, 1930-1939 Pfarrer, von Gunzenhausen, verheiratet, eine Tochter, Kirchenkampfzeit, zuvor Pfarrer in Kirchrimbach, 1939 in Trommetsheim, dort gest. 1946.
 
RUSAM Johann Georg, 1939 - 1949 Pfarrer in Schwand, Aufzug l. Sept. 1939 mit Kriegs­ausbruch; von Rothausen, zuvor Pfarrer in Kleinweisach, verheiratet, 3 Kinder, später Pfarrer in Nürnberg-St. Jobst. Kriegs- und Nachkriegszeit. Pfarrchronik, Pfarrbeschrei­bung, Kriegschronik angelegt. gest. 23. April 1988 in Nürnberg.
 
KOCH Willy, 1949 - 1970 Pfarrer, 20 Jahre Pfarrer in Schwand, von Dresden, Kriegsteil­nehmer, verheiratet, 1949 durch die Bayer. Landeskirche übernommen. gest. 30. Nov. 1970 in Schwand, begraben auf dem Schwander Friedhof.
 
WEISSMANN Friedrich, 1970 - 1975 Pfarrer, von Wassermungenau, zuvor Pfarrer in Walsdorf, Neuhaus, Allersberg, verheiratet, 3 Kinder, 1975 Emeritus in Schwabach. Pfarrhausneubau; gest. 6. Mai 1982 in Schwabach.
 
NEMEC Gerhard, 1975 – 1988 Pfarrer in Schwand, von Wien, in die Bayer. Landeskirche übernommen, verheiratet, 3 Kinder, Dekanatsjugendpfarrer. Kirchenrenovierung, Friedhofrenovierung, Kindergartenausbau.
 
HÜTTMEYER Eberhard, 1989 – 2000 Pfarrer in Schwand, aus Nürnberg, zuvor Schulseelsorger  am kath. Familienwerk Pullach, verheiratet, 1 Kind
 
STARK Gottfried, 2001 – 2012 Pfarrer in Schwand, zuvor Pfarrer in Offenbau, DB Weißenburg, verheiratet, 1 Kind
 
THOMA Herrmann, ab 2013 Pfarrer in Schwand, zuvor Pfarrer in Hilpoltstein, verheiratet, 4 Kinder


Quelle: 800 Jahre Kirche in Schwand, Festschrift von Georg Rusam 1986

Schwanstetten, August 2015

Alfred J. Köhl

Pfarrer der Johanneskirche in Schwand